Heute vor 225 Jahren kam Friedrich Rückert zur Welt. Zeit für Gedichte. Wobei, ich ziehe Vollkornbrot einem Sahneschnittchen vor. Deshalb in Erinnerung an einen zu früh Verstorbenen: Jörg Fauser - Trotzki, Goethe und das Glück...
Gestern hörte ich beiläufig, dass auf dem Schwarzen Berg demnächst der heisseste Sommer seit Aufzeichnung der Wetterstatistiken losbrechen soll. Dieser Mai ist angeblich der verregnetste seit Menschengedenken. Ich kann diese merkwürdigen Wettererklärungen bald nicht mehr hören. Es ist wie es ist.
Und was das "Menschengedenken" betrifft, da lege ich bestenfalls meine Stirn in Falten und sage: Nanu! Denn auf eine genaue Erinnerung vertraue ich schon lange nicht mehr. Das Vergessen scheint den Menschen besser zu gelingen. Derzeit haben Banken ein schlechtes Image. Warum erst derzeit? Will sich denn niemand daran erinnern, dass Banken seit ihrer Erfindung vor hunderten von Jahren an immer "nur unser Bestes wollen". Mit diesem Spruch warb vor über dreissig Jahren die untergegangene und fast schon vergessene Dresdner Bank. In meinem Weltbild sind Banken die bösartig wuchernden Geschwüre in einer an sich gesunden einer Gesellschaft. Von einem spätmittelalterlichen Dienstleister sind sie zu lebensgefährlichen Parasiten geworden. Ich
vermute, dass es einer der schwereren Fehler der katholischen Kirche
gewesen ist, für den Stand der christlichen Wucherer und Geldwechsler als Nebelreich zwischen Himmel und Hölle das vorübergehende Fegefeuer zu erfinden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg empfahl eine US-amerikanische Kommission (O.M.G.U.S.) die Zerschlagung deutscher Grossbanken, die den bis dahin grausamsten Krieg massgeblich (vor-)finanziert hatten. Wer den Kredit plus Zinsen zurückzahlte, blieb unzähligen Menschen offensichtlich nur kurz im Gedächtnis. Die Mitglieder jenes Untersuchungsausschusses waren beileibe keine Kommunisten. Muss man auch nicht sein. Jedem normal empfindenden Menschen wird doch schlecht, wenn er sieht mit welch überheblichem und raffgierigem Geschäftsgebahren sich Banken in einer Gesellschaft aufführen und präsentieren.
Die Mitarbeiterin, die in ihrem Supermarkt einen Yoghurtbecher mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum aus der Mülltonne nimmt, verliert ihren Arbeitsplatz. Wer Geld in Unmengen zusammenrafft, wird allgemein um seines Fleisses Willen bewundert. Dabei kann sich jeder mit etwas gesundem Verstand begabte Mensch ausrechnen, dass man durch Fleiss allein nie zu den Reichen und Mächtigen gehören wird. Kein Wunder, dass immer wieder junge Menschen dem eitlen Schein des Geldes auf widerlichste Art verfallen.
Mir ist jeder Besitzer eines kleines Ladens verehrungswürdiger, der von morgens bis abends hinter der Theke steht und seine Kunden mit Nützlichem gut bedient. Ich bedaure jeden geschlossenen Kiosk mehr als eine Bank, die wirklich Pleite macht.. Es ist ein Irrtum, dass man haufenweise Geld scheffeln könne, ohne Anstand und Moral an der Garderobe abzugeben. Den Backstage-Pass in die Hinterzimmer der Macht erhält man, wenn überhaupt, erst wenn der letzte Rest von Menschlichkeit verhungert ist.
Was das alles mit dem Regenschirm bei Sonnenschein zu tun hat? Das Geschäftsprinzip einer Bank beruht darauf. Bei Sonnenschein verteilen Banken Regenschirme und wenn es regnet werden sie wieder eingesammelt. Die Profite werden gefrässig zusammengescharrt und die Betriebskosten und Unfälle zahlt die Gemeinschaft. In der Vergangenheit wie auch derzeit wieder. Wer wird die ständig wachsende Geldgier der Banken stillen, wenn die Bevölkerungen Europas durch Banken in die kollektive Pleite getrieben worden sind.
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