15. April 2014

Wasser es fliesset nur... (Goethe - Pandora)

Ein Kracher für feinhörende Ohren. Jethro Tull - Thick as a Brick (1972). Der Nachbar hat natürlich die Spezialedition zum 40-jährigen Jubiläum 2012. Die Klangqualität in der besten präsentierten Version dieser 7GB-Edition bringt die Dunkelkammeranlage an ihre Grenzen...

Hier regnet es in Strömen und ohne Unterlass. Und ich dachte, der Winter wäre vorbei. Ob ich dem Osterbesuch vorschlagen soll, wasserdichte Kleidung im Reisegepäck mitzuführen?

     (Aus gegebenem Anlass Wasserfotografien - klicken und Blicke mitfliessen lassen)




14. April 2014

Gedankenwolken am Strand

Dänen lügen nicht. So oder so ähnlich geht die Weise. Lockerflott spielen diese Dänen: The Raveonettes - Raven in the Grave (2011) und Observator (2012)...

So einfach am Strand liegen geht nicht. Im Sand sitzen und rundherum schauen zum mindesten. Zurücklehnen und in die Wolken schauen. Hierhin dorthin, die Lichtveränderungen genau wahrnehmen. Einfach schauen. Gedanken schweifen lassen. Der dümpelige Wellenschlag der Adria. Kaum Wind. Über der See verändern sich die Wolkenbilder auffallend rasch.
Meine Gedanken bleiben in der Ukraine hängen. Ich steh merkwürdig alleine mit meinen Ansichten zur momentanen Situation. Mein Bild setzt sich zusammen aus den westlichen Interessen am dem Konflikt. Und diese Interesssen sind vorrangig wirtschaftlich motiviert. Da nordamerikanische Produkte seit Jahren auf dem Weltmarkt kaum konkurrenzfähig sind, muss Krieg exportiert werden. Frankreich heizt im Hintergrund, denn Deutschland ist ein zu starker Exportkonkurrent. Jahrelanges Zögern des Westens in Sachen Ukraine, weil man die Gasprinzessin frei sehen wollte. Und die sass zu Recht. Keine sachlichen Gespräche mit Putin hinsichtlich der Krim. Dabei kann jeder wissen, dass diese für nordamerikanische Weltherrschaftsträume ein Wunschstützpunkt für jegliche militärischen Aktionen im nahen und mittleren Osten ist. Ich verteidige damit nicht Putins Eingreifen auf der Krim. Mir geht es darum, die Schachwinkelzüge westlicher Interessen zu verstehen.
Putin hat die Macht der Oligarchen gebrochen. Das ist in der Ukraine nicht geschehen. Sowohl die Gasprinzessin als auch der flüchtige Regierungschef sind Grösstkapitalisten. Der jetzige Interimschef heizt den Konflikt mit Drohungen weiter an und erhält als Treibstoff eine Milliarde Taler aus Europa.
Mitteleuropäische Medien geben verschleiernd den billigen Propagandajakob. Verlogen ist die Anklage wegen der Annektion der Krim, denn mir fällt der Kosovo ein. Vielleicht erinnert sich noch jemand, wer diesen Staat denn "gemacht" hat und wer ihn de facto regiert. Da wird schnell das Wort verdreht, in diesem unsauberen Fall heisst es statt Annektion nun Stabilität.


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11. April 2014

Wenig Beachtung für Verachtung

In Dauerrotation: Dirtmusic - Lion City (2014)...

Seine "Kriminalgeschichte des Christentums" ist lesenswert und überaus erhellend trotz der Kritik einiger Historiker, die ihm vorwarfen, Quellen einseitig für seine Darstellung benutzt zu haben. Er gilt als der grösste Kirchenkritiker aller Zeiten. Karlheinz Deschner ist im Alter von 89 Jahren am 8. April 2014 gestorben. Den grössten Teil seines Lebens hat er auf die Arbeit an der Kriminalgeschichte verwendet.
Mir wurde sein Name geläufiger als er 1988 mit dem Arno-Schmidt-Preis für sein Werk ausgezeichnet worden ist. Mit seinem literarischen Werk beschäftigte ich mich daraufhin, durchaus verwundert warum der Name Deschner doch recht unbekannt geblieben zu sein schien vor den ersten Bänden der Kriminalgeschichte. Kurz gesagt erschien mir sein prosaisches Werk so wenig ansprechend, dass ich heute nicht einmal die Titel der gelesenen Werke nennen kann. Zwei Titel jedoch blieben mir im Gedächtnis. "Kitsch, Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift" von 1957 und "Talente, Dichter, Dilettanten. Überschätzte und unterschätzte Werke in der deutschen Gegenwart" von 1964.
In diesen beiden Bänden setzte sich Deschner mit zeitgenössischen Literaten auseinander, erhob unbekannte Autoren auf den Thron und riss anerkannte Grössen vom Sockel. An sich hat mich diese seine andere Sichtweise interessiert. Was mich allerdings auf Distanz hielt war eine gewisse überhebliche Verächtlichmachung, die aus den Kritiken herausstach. Damals interpretierte ich das Vomsockelstossen als Kompensation für die eigene Erfolglosigkeit. Immerhin erregten die beiden genannten Titel nicht wenig Aufsehen und schufen damit ein gewisses Aufsehen.
Geblieben ist mir die Abneigung gegen die Verächtlichmachung. Ich finde Kritik wichtig und angebracht und schätze dabei auch durchaus einen ironischen Seitenhieb. Verbittertes und humorloses Niedermachen entbehrt meiner Ansicht nach jeglichen konstruktiven Moments, da dem jeweiligen Gegenüber kaum eine Chance bleibt angemessen auf die Kritik zu reagieren.
Im Film "Die Verachtung" (1963) von Jean-Luc Godard wird dies eindrücklich dargestellt. Der Film ist auch noch heute noch überaus sehenswert. Für mich neben der besonderen Ästhetik des Films, zum Beispiel der Farbsymbolik auch deshalb, weil darin auch in einem meiner ewigen Traumhäuser gedreht worden ist, der ehemaligen Villa des Schriftstellers Curzio Malaparte. Und dessen Romane "Kaputt" (1943) und "Die Haut" (1949) empfehle ich hier gleich mit. (Die Klicks auf die Literaturlinks führen nicht zu amaxxon!).
Das Wochenende und die freie Zeit stehen ja vor der Tür. Ich erfreue mich an der prallen Akazienblüte im Park gegenüber.
Allen Besuchern, Lesern und Guggern wünsche ich ein frühlingschönes Wochenende.



10. April 2014

Archäologie der Musik

Nach einer aufregenden Zeitreise genau richtig zur Entspannung: Dirtmusic - Lion City (2014). Auch dieser Hinweis stammt vom überaus aufmerksamen und allesimblickhabenden Herrn Pappenheimer...

Beim abendlichen Hörgenuss der aktuellen Scheibe von Guru Guru (Electric Cats) vertippeditappte ich mich auf der Suche nach einigen Informationen über Guru Guru und landete ungewollt bei Wikipedia. Ein offenbar sehr junger Wikidemiker hat dort einen niedlichen Artikel zu der Band Mani Neumeiers geschrieben. Vielleicht ist der Autor sogar Fan der Gruppe.
Mir ist das gelegentlich schon aufgefallen, wie unbedarft Nachgeborene über eine Band oder Zeit schreiben, die sie selbst nicht erlebt haben. Geradezu rührend werden im Eifer der Begeisterung dabei häufig Kraut und Rüben verwechselt.  Andererseits werden so manche Musikanten etwas länger im Bewusstsein gehalten bevor sie endgültig durch das Netz der Erinnerung fallen. Die jungen Informationsausgräber setzen dabei aus Bruchstücken der Vergangenheit geradezu eine neue Realität zusammen.
Aber gilt dies nicht für jedwede Archäologie überhaupt, so frage ich mich stirnrunzelwundernd.
Mir kam dabei die sensationelle Wiederentdeckung der Beatles im Jahr 3000 in den Sinn, an die sich sowohl Besucher, Gugger als auch die Leser dieses Blogs bestimmt noch erinnern werden.



Und sollte Juhtjuhp diese atemberaubende Dokumentation wissbegierigen deutschen Horschern & Guggern vorenthalten, so bekommt man an dieser Adresse mit Sicherheit geholfen. Anklicken und erstaunliches erfahren in knapp vier Minuten.


9. April 2014

Andere Blicke

Dem verehrten Herrn Pappenheimer einen Dank für die Postwurfsendung. Und ewig trommelt Mani Neumeier durch den Odenwald bis nach Highdelberg: Guru Guru - Electric Cats (2013)...

Der 8. März ist bekannt als Weltfrauentag. Fast unbekannt hingegen ist der 8. April als internationaler Sinti und Roma-Tag. Die sattsam bekannten Fotos mag ich nicht mehr sehen. Mir scheint, dass damit bestehende Bilder und Vorstellungen in den Köpfen der Betrachter allenfalls verfestigt werden. Ich präsentiere hier einige Szenen und Portraits, die den Blick vielleicht ein wenig erweitern helfen.

     (Foto anklicken öffnet die Galerie)